Aufbruchstimmung in der Murghalle

Am Mittwoch, 29.04.05 fand unter dem Motto “Forum Zukunft Forbach” auf Anregung der Forbacher SPD in der Murghalle ein Bürgergespräch zum Thema “Arbeitsplätze in Forbach” statt.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Bürgermeister Kuno Kußmann und vom Forbacher Unternehmer Horst Fritz.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, über 120 Interessenten waren anwesend, bisheriger Rekord für ein Bürgergespräch. Die hervorragende Resonanz zeigt, dass in der Forbacher Bevölkerung das Thema “Arbeitsplätze vor Ort” als sehr wichtig eingestuft wird.

Bürgermeister Kußmann erläuterte nach seiner Begrüßung anhand statistischer Werte den Abwärtstrend der Einwohnerzahl, der von den fehlenden Arbeitsplätzen vor Ort beschleunigt wird. Diesem Trend entgegenzuwirken und nach Lösungen zu suchen, sei das Thema des Abends.

Werner Schoch und Rainer Fritz (”Nagler-Rainer”) zeigten als Einstieg in die Veranstaltung Ihren sehr gelungenen, professionell gedrehten Imagefilm über Forbach.

Jürgen Jung, Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, erläuterte die Situation des Forbacher Krankenhauses. Nach seiner Darstellung ist ein so großes Haus für eine kleine Gemeinde untypisch, daher bestehe keine Bestandsgarantie. Die Investitionen in das Haus belegen aber, dass die Einrichtung zumindest mittelfristig nicht zur Disposition steht.

Hennes Wunsch stellte als Forbacher Unternehmer seinen hochspezialisierten Treppenbau vor, der europaweit liefert. Am Beispiel des Hundsbacher Unternehmers Professor Lehmann, Erfinder der Flüssigkristalle und Gründer des Apparatebaus Hundsbach, machte Wunsch deutlich, dass die vielzitierten Standortnachteile des Murgtals in Wirklichkeit für die meisten Unternehmungen eine Ausrede sind. Wer wirklich etwas bewegen will, findet im Murgtal nicht nur eine hervorragende Wohn- und Lebensqualität, sondern auch ein kreatives Umfeld für eine Vielzahl von Ideen.

Horst Fritz zeigte anhand seines Unternehmens Fritz Automation GmbH in Langenbrand die Vorteile des Murgtals auf: Kreatives Umfeld, hohe Lebensqualität, hochmotivierte und qualifizierte Mitarbeiter. Für Fritz hat sich der Umzug von Gaggenau nach Forbach nicht als Nachteil erwiesen.

Als einmalige Chance für Forbach bezeichnete Fritz das Wolfsheck Areal. Hier sieht der Unternehmer die Gemeinde Forbach in der Pflicht zu planen und zu agieren.

Frau Ingrid Engelhardt von der Gesellschaft SPES stellte die neue Imagekampagne der Gemeinde vor. Grundgedanke des Projekts “Lebensqualität durch Nähe” ist die Bewußtseinsbildung in der Bevölkerung zu fördern, dass die örtliche Infrastruktur und das Angebot an Waren und Dienstleisstungen vor Ort vom Bürger angenommen werden müssen, um den Erhalt dieser Einrichtungen langfristig zu sichern.

In der abschleißenden Diskussionsrunde widersprach Bürgermeister Kußmann Horst Fritz in Sachen Gewerbepark: die Umnutzung der Wolfsheck Brache sei alleinige Sache des Unternehmers. “Mir sind die Hände gebunden”, so die Worte des Bürgermeisters. Über diesen Sachverhalt entwickelte im Anschluss eine sehr lebhafte Diskussion, in deren Verlauf sich interessierte Bürger zu Wort meldeten.

Horst Fritz nutzte die im Saal herrschende Aufbruchstimmung und rief die Anwesenden zu aktiven Mitarbeit bei einer zu gründenden Projektgruppe Gewerbepark Wolfsheck auf. Hierzu wird eine separate Veranstaltung stattfinden.